Alternative zum Stillen

Hinweis Blau

Wenn Sie aus persönlichen oder medizinischen Gründen nicht (voll) stillen können oder möchten, brauchen Sie eine Alternative zur Muttermilch.

Die einzige von Wissenschaftlern und Kinderärzten offiziell anerkannte und empfohlene Alternative zu Muttermilch ist industriell hergestellte Säuglingsmilchnahrung. Hierzu gehört die Säuglingsmilchnahrung, wie Sie sie im Handel finden. Diese wird streng kontrolliert hergestellt und muss sehr hohen Qualitätsstandards genügen. Fertige Säuglingsmilch enthält alle wichtigen Nährstoffe, die Ihr Baby benötigt.

Experten raten davon ab, Säuglingsmilch selbst herzustellen. Normale Kuh- oder andere Tiermilch ist genauso wenig geeignet wie pflanzliche Nahrung, etwa Mandel- oder Sojamilch. Selbsthergestellte Nahrung ist einfach nicht optimal zusammengesetzt und entspricht in ihrer Zusammensetzung nicht den Ernährungs- und Wachstumsbedürfnissen von Babys. So ist der Eiweiß- und Mineralstoffgehalt bei Kuh-, Stuten-, Schafs-, und Ziegenmilch viel zu hoch, wohingegen der Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Eisen und Jod zu niedrig ist. Pflanzliche Alternativen enthalten zu wenig Vitamin C und Calcium und es fehlen wichtige Eiweißbausteine. Mit selbsthergestellter Nahrung ist die Gefahr, dass Ihr Baby zu viele oder zu wenige wichtige Nährstoffe und Vitamine erhält, zu groß. Und übrigens: auch zur Allergievorbeugung ist sie nicht geeignet.

Stufensystem

Das Stufensystem der im Handel erhältlichen Säuglingsmilch garantiert, dass Ihr Baby eine ausgewogene und auf seine Bedürfnisse abgestimmte Ernährung erhält. Hier eine Übersicht über die verschiedenen Stufen von Säuglingsmilch:

Pre

Pre-Milch ist eine Säuglingsanfangsmilch, die Sie Ihrem Baby von Geburt an geben können - und zwar wie Muttermilch so oft wie das Baby danach verlangt. Pre-Milch ist zum Zufüttern oder als alleinige Nahrung geeignet und der Muttermilch im Eiweißgehalt besonders ähnlich. Die Zusammensetzung der Pre-Säuglingsmilch entspricht den Ernährungsbedürfnissen Ihres Babys und enthält meist als einziges Kohlenhydrat Milchzucker.

Laut Forschungsinstitut für Kinderernährung kann Pre-Milch das ganze erste Lebensjahr gefüttert werden, in den ersten vier bis sechs Monaten als alleinige Nahrung, später zusätzlich zur Beikost.

1er-Milch

1er-Milch oder Anfangsmilch 1 kann ebenso von Geburt an gegeben werden und ist auch zur alleinigen Ernährung geeignet. 1er-Milch enthält aber im Gegensatz zur Pre-Milch noch leicht verdauliche Stärke und ist damit etwas sättigender. Babys, die mit einer Pre-Nahrung nicht mehr richtig satt werden, sind dadurch meist mit einer 1er-Babymilch zufriedener.

2er-Milch

Säuglingsmilch mit der Ziffer 2 ist eine sogenannte „Folgemilch“, welche sich nach dem 6. Monat als begleitende Milchnahrung zur Beikost eignet. 2er-Milch enthält alle für Ihr Baby wichtigen Nährstoffe im Beikostalter, wie zum Beispiel einen gesetzlich vorgeschriebenen Anteil an Eisen und Jod.

3er-Milch

Folgemilch 3 oder 3er-Milch versorgt Ihr Baby nach dem 10. Monat mit allen wichtigen Nährstoffen im Rahmen einer Mischkost mit Beikost. 3er-Milch ist aufgrund ihres höheren Stärkegehaltes sättigender als Folgemilch 2.

Zubereitung

Säuglingsmilch sollte immer genau nach Anleitung und vor jeder Mahlzeit frisch zubereitet werden, denn unsachgemäße Zubereitung kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Wachstum unerwünschter Keime führen. Befolgen Sie die Angaben zu Zubereitung, Verwendung und Lagerung auf der Verpackung genau, um Gesundheitsrisiken für Ihr Baby auszuschließen.

Seien Sie bei der Zubereitung sorgfältig und aufmerksam. Hygiene steht an oberster Stelle: Bei Säuglingsanfangsmilch wie Pre- und 1er-Milch wird empfohlen, Sauger, Ringe, Deckel und Fläschchen regelmäßig zu sterilisieren, um Bakterien keine Chance zu geben. Nach dem 6. Monat ist es in Ordnung, die Utensilien per Hand oder im Geschirrspüler zu reinigen. Achten Sie aber auch hier darauf, dass besonders anfällige Stellen wie Ränder restlos sauber werden und lassen Sie nach dem Spülen das Fläschchen und Zubehör umgedreht auf einem sauberen Tuch trocknen. Denken Sie außerdem immer daran, sich Ihre Hände vor der Zubereitung der Fläschchen gründlich zu waschen.

Das Leitungswasser in Deutschland ist in der Regel von ausgezeichneter Qualität und kann nach sorgfältigem Abkochen zur Zubereitung von Säuglingsmilch verwendet werden. Achten Sie darauf, das Wasser nach dem Abkochen auf etwa 50°C abkühlen zu lassen, bevor Sie es weiterverwenden. Bitte erwärmen Sie Säuglingsmilch nicht in der Mikrowelle, sie könnte zu heiß werden und Ihr Baby verbrühen.
Bei gekauftem, abgefülltem Wasser sollten Sie darauf achten, dass das Etikett den Hinweis „für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet“ trägt.

Die Trinkmenge und Anzahl der Fläschchen kann individuell unterschiedlich sein, und die auf den Packungen angegebenen Werte sind Richtwerte. Trotzdem sollten Sie sich immer strikt an die Dosierung des Pulvers und des Wassers auf der Verpackung halten und die beiliegenden Messlöffel nutzen. Wenn Sie zum Beispiel zu viel Pulver nehmen, kann die Milch zu dick werden. Sie löscht dann nicht mehr richtig Babys Durst und kann ihm Verdauungsstörungen bereiten.

So funktioniert's

1. Hände gründlich waschen. Frisches Trinkwasser abkochen und auf ca. 50°C abkühlen lassen.

2. 1/2 der benötigten Wassermenge in die Flasche geben (Dosierung siehe Tabelle).

3. Mit dem beiliegenden Messlöffel die erforderliche Pulvermenge abmessen, mit dem Messerrücken abstreifen und in die Flasche geben (bitte keine gehäuften Messlöffel verwenden).

4. Flasche verschließen und Pulver durch Schwenken auflösen.

5. Restliche Trinkwassermenge in die Flasche geben und erneut schwenken.

6. Flascheninhalt auf Trinktemperatur (ca. 37°C) überprüfen. Die Temperatur ist richtig, wenn sich etwas Milch auf die Innenseite des Handgelenks gegeben, angenehm warm anfühlt.

Wichtig

Bereiten Sie Säuglingsmilch immer frisch zu und füttern Sie sie sofort, denn wie Milchprodukte im Allgemeinen ist sie ein idealer Nährboden für unerwünschte Keime. Bitte heben Sie keine Reste auf, um diese noch einmal aufzuwärmen. Nahrungsreste sollten Sie nicht wieder verwenden, da die Keime, die sich bilden können, ein gesundheitliches Risiko für Ihr Baby darstellen.

Wenn Sie unterwegs auf die Schnelle ein Fläschchen zubereiten möchten, gibt es spezielle Frischeboxen, in denen Sie das Milchpulver portionsweise abgemessen aufbewahren und mitnehmen können. Das Wasser können Sie in solchen Fällen vorher abkochen und in einer sterilen Thermosflasche bereitstellen, so dass Sie unterwegs nur noch Pulver und Wasser vermischen müssen.

Wussten Sie, dass Neugeborene 10.000 Geschmacksknospen haben und damit mehr als Erwachsene? Erwachsene haben meistens nur noch 5.000 Geschmacksknospen.

Richtig Füttern

Nehmen Sie sich wie auch beim Stillen ausreichend Zeit, Ihr Baby mit dem Fläschchen zu füttern und suchen Sie sich einen ruhigen Platz, an dem Sie es eine Weile bequem haben, am besten einen gemütlichen Stuhl oder eine Sofaecke mit Armlehne, damit Sie Ihren Arm abstützen können. Legen Sie Ihr Baby so in Ihren Arm, dass sein Köpfchen in Ihrer Armbeuge liegt und sich in Höhe Ihrer Brust befindet.

Um mit dem Füttern anzufangen, streichen Sie zunächst mit dem Sauger über die Wange Ihres Babys, damit der Suchreflex ausgelöst wird. Berühren Sie dann seine Lippen und warten, dass es die Lippen spitzt und versucht, den Sauger einzusaugen. Nun können Sie das Fläschchen langsam nach vorne schieben, damit Ihr Kind den Mund weit öffnet und den Sauger mit seinen Lippen umschließt. Halten Sie das Fläschchen beim Füttern so, dass der Sauger immer komplett mit Milch gefüllt ist. Damit vermeiden Sie, dass Ihr Baby zu viel Luft schluckt, was zu Bauchschmerzen und Blähungen führen kann. An kleinen Luftbläschen an der Fläschchenwand erkennen Sie, ob Ihr Baby richtig trinkt.

Halten Sie beim Füttern Blickkontakt zu Ihrem Baby: so fühlt es sich wunderbar geborgen. Vielleicht mag es Ihr Baby, wenn Sie während des Fläschchengebens mit ihm sprechen: das wirkt dann beruhigend und vermittelt Sicherheit. Auch wenn Ihr Kind das Fläschchen schon selbst halten kann, nehmen Sie es trotzdem weiterhin auf den Schoß und halten das Fläschchen. Das gefällt Ihrem Baby nicht nur besser, sondern beugt auch Dauernuckeln und damit Karies vor.

Wenn Ihr Baby Ihnen signalisiert, dass es satt ist, zum Beispiel in dem es sein Köpfchen wegdreht, obwohl das Fläschchen noch nicht leer ist, sollten Sie es nicht dazu drängen, mehr zu trinken. Solange Ihr Kind gut gedeiht, zufrieden ist und mindestens fünf bis sechs nasse Windeln pro Tag hat, können Sie sich darauf verlassen, dass es genug Energie, Nährstoffe und Flüssigkeit zu sich nimmt.

Da Ihr Baby während des Trinkens neben der Milch auch Luft schluckt, die Bauchschmerzen verursachen kann, muss diese nach dem Füttern wieder aus dem Körper raus. Nehmen Sie Ihr Kind für das Bäuerchen aufrecht auf den Arm, so dass es über Ihre Schulter schaut. Am besten legen Sie sich ein Spucktuch unter, da mit dem Bäuerchen oft auch etwas aufgestoßene Milch ausgespuckt wird. Streichen Sie Ihrem Baby leicht über den Rücken und klopfen Sie es sanft, damit die Luft leichter aufsteigt – das erleichtert das Bäuerchen. Erst wenn Ihr Baby ein- oder zweimal aufgestoßen hat, ist die Mahlzeit wirklich beendet.

Ihr Baby ist alt genug für seinen ersten Brei? Dann finden Sie hier Informationen zum Thema Beikost.